Dolly Geschichte

 

Mein liebes Mädchen!!!!!!!

 

Liebste Dolly Du warst für mich
fast 17 Jahre lang was ganz besonderes. Immer bescheiden und liebevoll, Du
konntest auch nie einem weh tun, ganz gleich wie sehr man Dir weh getan hatte.

 

Als junger Hund kamst Du mit
Deiner Schwester zu uns und schon vom Leben gezeichnet, denn man wollte Euch
töten und dazu verpasste man Euch Hundekinder mehrmals Fußtritte in den Bauch.
Vielleicht konntest Du schneller flüchten als Deine anderen Geschwister, denn
sie alle haben es außer Deiner Schwester Aischa nicht überlebt.

 

Ich hoffe sie wurden schon von
unserm Herrgott bestraft! Und er ging mit diesen Tätern genauso unzimperlich
um wie man Euch getötet hat, bzw. Euer ganzes Leben versaut hat.

 

Denn Du bliebst durch diese
schlimmen Erfahrungen ein Leben lang ein Angsthund. Es gab nur ganz wenige
Menschen denen Du vertraut hast, ständig warst Du auf der Flucht um Dich zu
verstecken, wenn jemand zu uns ins Haus oder in den Garten kam.

 

Beim Gassi gehen konntest Du uns
dennoch begleiten, denn da konntest Du Dir Deinen Sicherheitsabstand selbst
aussuchen.

 

Als Du ungefähr 13 Jahre alt
warst, merkte man, dass Du an Alzheimer leidest, es machte für mich keinen
Unterschied, denn Du warst für mich immer das tollste Mädchen. Das schöne
daran, dass Du vergessen hast, dass Du von anderen Menschen Angst hast. Es war
wie, wenn man einen Schalter umdreht und Du fandest fremde Menschen nicht mehr
bedrohlich.

 

Die letzten 1,5 Jahre waren für
uns beide hart und anstrengend, zuerst bekamst Du einen Schlaganfall und
konntest nicht mehr laufen, bzw. aufstehen. Ich wusste, dass Du es schaffen
wirst, wie alle anderen alten Hunde und siehe da nach 4 Wochen konntest Du Dich
wieder im Garten bewegen. Was für ein Glücksgefühl überströmt einen dabei.

 

Es ging einige Monate gut und
dann war Deine Wirbelsäule so zugeknöchert, dass Du Lähmungen in den
Hinterbeinen hattest. Das hieß ich musste Dich x mal am Tag in den Garten
tragen, bei einem Anfangsgewicht von 30 KG ist das für niemanden ein Vergnügen. Deine Vorderfüße waren noch aktiv, das hieß
Dolly rannte mit 2 Beinen voraus und ich hinten in Schubkarren Haltung mit
meinen 2 Beinen hinterher. Nur dass ich nicht so schnell war wie Du und mir
durch die gebeugte Haltung der Rücken jeden Tag schmerzte. Aber das habe ich
gerne auf mich genommen, wichtig war mir nur, dass es Dir gut geht.

 

Mit der Zeit hat Dich immer mehr
die Kraft verlassen, Du konntest Dich nicht mehr selbstständig drehen um Dir
eine gute Liegeposition auszusuchen. Ich weiss nicht wie lange wir zwei nicht
mehr schlafen konnte, wie oft ich Dich Tag und Nacht gedreht habe, immer in der
Hoffnung das es so gut für Dich ist.

 

Dolly von Dir Abschied zu nehmen,
war eine meiner schwersten Entscheidung in meinem Leben, ich hab es immer vor
mich hergeschoben und mich nicht getraut den Tierarzt anzurufen immer in der
Hoffnung morgen es geht es Dir wieder etwas besser.

 

Bis auf Dein Herz haben alle
Deine Organe noch funktioniert. Die Medikamente hatten auch einige Jahre gut
gewirkt, aber zum Schluss, war auch Dein Herz noch schwächer.

 

Und trotzdem reichte alles noch
aus um zu Leben, aber ich hab auch gesehen, dass Du leidest und nicht wusstest
wie man es ändern kann.

 

Ich habe Rotz und Wasser geheult
und während ich diese Zeilen schreibe fühle ich alles wieder, als ob ich wieder
vor dieser Entscheidung stehe, aber ich wusste, dass ich für Dich das richtige
tue, obwohl wir uns danach nie wieder sehen, riechen und fühlen können.

 

Mein liebes Mädchen, kein Mensch
und kein anderes Tier hat mich so lange in meinem bisherigen Leben begleitet
wie Du.

 

Ich liebe Dich!!!!!!!!! Und
irgendwann sehen wir uns hoffentlich alle wieder!!!!!!!!