Das Tierpflegenest stellt
sich vor
Das Tierpflegenest
Backnang ist ein privates Tierheim, das 1986 entstanden ist, weil man die
immer noch oft praktizierte Zwingerhaltung von Hunden durch eine artgerechte
Rudelhaltung ersetzen wollte. Im Tierpflegenest leben außer einer
Ziege, einer Gans, etlichen Hasen und 4 Katzen vorwiegend Hunde.
Eine artgemäße und verhaltensgerechte Hundehaltung erfordert neben entsprechender
Pflege und Fütterung vor allem ungehinderte Sozialkontakte zu Menschen und Artgenossen
sowie ausreichende Bewegungsmöglichkeit. Jeder Hund braucht als soziales Wesen das Kollektiv. Zudem
streben Hunde vorrangig den Kontakt zum Menschen an. Die Hunde, auch in der Gruppe, halten
sich vor allem dort auf, wo sie sehen und hören können, was die Menschen tun. Abseitsgelegene Zwinger
oder Freigehege sind daher auch für Gruppen von Hunden wenig attraktiv. Dieser enge Kontakt der
Hunde untereinander einerseits und zum Menschen andererseits ist im Tierpflegenest in idealer
Weise gegeben. |
Hunde-Gruppenhaltung ist nicht ohne Probleme.
Diese betreffen neben der Möglichkeit der Übertragung von Krankheitserregern vor allem soziale Auseinandersetzungen
zwischen den Hunden, welche überwiegend beim Einführen eines neuen Gruppenmitglieds auftreten.
Räumliche Voraussetzungen für die gefahrlose Eingliederung eines neuen Hundes in die Gruppe sind
im Tierpflegenest seperate Zwinger, in denen solche Hunde in Blick- und Geruchskontakt mit dem Rest des
Rudels vorübergehend untergebracht werden. Im Tierpflegenest ist auch die Möglichkeit gegeben,
Untergruppen zu bilden, falls ein Tier sich nicht in die Gesamtgruppe integrieren läßt. Durch diese
Kleingruppen kann eine Einzelhaltung weitestgehend vermieden werden.
|
Unkenntnis und Unverstand vieler Hundehalter bedingen,
daß zahlreiche Hunde in ihrer Jugend zu wenig an Artgenossen und Menschen sozialisiert werden. Das ist
die Ursache für viele Verhaltensstörungen, die dazu führen, daß die Hunde letzlich ausgesetzt oder direkt
in Tierheime abgegeben werden.
Für solche Hunde ist i.d.R. bei der in den meisten Tierheimen üblichen
Einzelhaltung keine Therapiemöglichkeit gegeben. Sie werden unverändert weitervermittelt und verursachen
beim neuen Besitzer erneut Probleme. Gerade zur Resozialisierung derartiger Hunde hat sich die
Gruppenhaltung als unerwartet positiv erwiesen. Sie wird aber an noch viel zu wenig Stellen praktiziert,
teils aus Platzmangel, teils weil Kenntnisse und Engagement beim Personal nicht vorhanden sind.
Alte, kranke und nicht mehr
vermittelbare Tiere können im Tierpflegenest ihren Lebensabend verbringen ohne der Gefahr ausgesetzt
zu sein, aus wirtschaftlichen Gründen 'entsorgt' zu werden.
Auszugsweise zitiert aus einem Gutachten
von Prof. Dr. K. Loeffler, Institut für Tiermedizin und Tierhygiene, Uni Hohenheim.
|